“Raul” & “Kerstin” - Wenn aus Verliebtheit Liebe geworden wäre…

von GiuGiu, 18. Januar 2009

Für viele waren sie DAS neue Traumpaar im Marienhof. Der smarte Café-Besitzer Raul García und die hübsche Pensions-Inhaberin Kerstin Töppers. Jedoch hatte diese schöne Liebesgeschichte sowohl für die Zuschauer als auch für Raul und Kerstin selbst einen traurigen Haken: Die Familie, die beide für ihre Affäre riskierten, aber trotzdem nie ganz aufzugeben bereit waren.
Und genau das ist, was diese Geschichte ausmachte. Von den Autoren zum Mitwisser dieser heimlichen Liaison gemacht, war man als Zuschauer hin- und hergerissen zwischen dem absolut großartigen Zusammenspiel von Raul und Kerstin zum einen und dem schlechten Gewissen und Mitgefühl gegenüber den betrogenen Ehepartnern zum anderen.

Doch was wäre passiert, wenn die Gefühle, die beide füreinander hatten, länger angehalten und noch stärker gewesen wären und eine Rückkehr zum Ehepartner somit irgendwann unmöglich gemacht hätten? Welche Konsequenzen hätte dies gehabt?

Neben Yasemin und Harry wäre in diesem Fall eindeutig Marie die große Verliererin gewesen. Betonte sie doch in der Vergangenheit immer wieder, wie viel ihr die Familie bedeute. Raul als den neuen Mann an der Seite ihrer Mutter zu sehen, hätte sicher für große Konflikte gesorgt, die wahrscheinlich letztendlich zum endgültigen Zerwürfnis zwischen Mutter und Tochter geführt hätten.
Dass Raul ebenfalls eine Tochter hat, hätte die Sache zusätzlich verkompliziert. Man kennt Yasemin als starke Frau, der das Wohl ihres Kindes über alles geht. Doch wäre sie auch in dem Schmerz über Rauls Verrat in der Lage gewesen, Leila aus allem herauszuhalten? Oder hätte sie Raul in ihrer Enttäuschung den Kontakt zu dem Kind verboten? Wäre sie womöglich für immer in die Türkei gegangen und hätte somit die Trennung auf dem Rücken ihrer Tochter ausgetragen?
Und was hätte Sülo getan? Er litt schon damals unter seiner Mitwisserschaft über die Affäre und sein Schweigen gegenüber Yasemin. Wie hätte er auf eine endgültige Trennung von Yasemin und Raul reagiert? Yasemin ist seine Cousine, doch er ist auch mit Raul befreundet und darüber hinaus selbst ein Vater, dem sein Kind lange Zeit vorenthalten wurde. Dies hätte seine Position nur weiter erschwert, denn man kann sicher sein, dass er sich im Falle des Falles dafür eingesetzt hätte, dass Leila ihren Vater sehen darf - was wiederum zu weiteren Konflikten mit Yasemin geführt hätte.

Man sieht, diese Liebe hätte den Marienhof ganz schön auf den Kopf gestellt und gleichzeitig viele Menschen ins Verderben gestürzt.
Trotzdem denkt man gerne an die Zeit zurück, in der Raul und Kerstin sich noch ihren Gefühlen hingegeben und den Verstand einfach mal für einen Moment ausgeschaltet haben.
Dass das nicht den typischen Moralvorstellungen entspricht, steht außer Frage. Und doch war diese kurze Liebelei so echt wie man es selten in einer Daily-Soap erlebt hat.

Zuschauerverluste für unsere Lieblings-Dailys

von Virginia, 13. Januar 2009

Schon im Verlauf des vergangenen Jahres war abzusehen, dass die Quoten von “Verbotene Liebe”, “Marienhof” und “Sturm der Liebe” sich im Vergleich zu denen im Jahr 2007 deutlich verschlechtert haben. Nun ist dies traurige Gewissheit: Quotenmeter.de zog Bilanz über das Jahr 2008 und meldete Verluste für alle drei Dailys.

“Sturm der Liebe”, noch zu Anfang ‘08 wegen hervorragender Quoten um 200 Folgen verlängert, verlor im letzten Jahr rund eine halbe Million Zuschauer. Scheinbar konnte das Finale des dritten Serienpärchens, “Samia” (Dominique Siassia) und “Gregor” (Christof Arnold), die Fans nicht so sehr beeindrucken wie seine Vorgänger.

“Verbotene Liebe” verlor laut Quotenmeter.de knapp 300.000 Zuschauer. Hier zeichnete sich eine breite Unbeliebtheit einiger Rollen ab. Wahrscheinlich ein Grund dafür, warum man im Jahr 2009 auf zwei dieser Rollen verzichtet. Ersatz kam bereits mit dem Model Anne Wis (”Stella Mann”). Zudem setzt man in diesem Jahr wieder auf mehr Glanz & Glamour - die Ursprungsmerkmale der “Verbotenen Liebe”. Womöglich der Beginn einer neuen Adelsfamilie, der von “Luise von Waldensteyck” (Mascha Müller) und Baron “Eduard von Tepp” (Hubertus Regout) eingeläutet wird.

“Marienhof” hatte im vergangenen Jahr 1,3 Prozent weniger Zuschauer als im Vorjahr. Der baldige Ausstieg zweier langjähriger Darsteller, Nicole Belstler-Boettcher (”Sandra”) und Sven Thiemann (”Charly”), wird wohl kaum für Aufschwung sorgen - es sei denn, die ersetzenden Rollen sorgen für ähnlich beliebte Stories wie 2008. Ob die heimliche Affäre von “Raul” (Mirco Wallraf) und “Kerstin” (Maike Billitis) oder die Hochzeit von “Toni” (Sandra Koltai) und “David” (Christian Volkmann)… die meisten Geschichten gefielen. Das nahende Serienjubiläum und die wundervolle Kulisse für die 3500. Folge lassen trotz der traurigen Ausstiege auf ein erfolgreiches Marienhof-Jahr hoffen.